Shooter

Die Filmauswahl fiel mir gestern nicht sehr leicht. Meine wenigen Kinobesuche in der letzten Zeit dürften auch mit ein Grund dafür gewesen sein. Zum Glück ist die Auswahl der brauchbaren Filme, die kurz nach 17.00 im Kino laufen nicht allzu große. Somit fiel gestern meine Wahl auf Shooter. Ich gebe zu, daß mich die Handlung des Filmes kaum reizte. Es geht wie in vielen Fimen um folgendes: Ex-Armist hat sich auf Grund eines Ereignisses zurückgezogen, wird natürlich ausfindig gemacht, um eine Mission angeboten zu bekommen. Lehr zuerst diesen Auftrag zunächst ab, läßt sich jedoch wenig später von seinem Patriotismus weichklopfen. Damit sind gleich die ersten zwanzig Minuten des Filmes beschrieben. Mich reizte es mehr den Hauptdarsteller Mark Wahlberg bei der Arbeit zuzuschauen, nachdem er mich so sehr in "Departed – Unter Feinden" beeindruckt hat.

Das sich der Rest der Geschichte noch etwas dreht, darf ich schon verraten, denn es beinhaltet nichts, was den Zuschauer wirklich überraschen dürfte. Die Kehrtwende der Handlung in "Shooter" sorgt dafür, daß der Film ein rasantes Tempo bekommt. zum einen leidet man mit dem Hauptdarsteller, auf der anderen Seite wirken die Schießereien doch etwas arg übertrieben und unlogisch (treffen will gelernt sein, Scharfschützen treffen anscheinend nicht aus der Nähe). Shooter lebt von den guten schauspielerischen Leistungen seiner zwei Hauptdarsteller Mark Wahlberg und seinem Schauspieler Danny Glover (bekannt aus der "Lethal Weapon"-Reihe), der seinen Gegenpart spielt. Danny Glover mal in der Rolle eines Bösewichts zu sehen, war neu für mich. Ich kaufte ihm die Rolle gut ab.

Zurück zur Handlung. Der Film trägt ja nicht umsonst den Titel Shooter. Mark Wahlberg spielt den Scharfschützen namens Swagger, der es selbst aus einer Entfernung von 1,5 km vermag eine Coladose zu treffen. Dinge, die solch einen Schuss beeinflussen könnten, werden ausführlichst beschrieben, sodaß auch der Laie, wie ich einer bin, das Ganze verständlich ist. Ob das alles wahr ist, was da erzählt wurde, kann ich jedoch nicht beurteilen. Interessant fand ich die Tatsache, daß in die Berechnung der Flugbahn der Kugel selbst die Erdkrümmung mit einfliessen soll. Die Berechnung des Winkels aus den Vorbedingungen übernimmt der Späher des Scharfschützen. Ich habe mich nur darüber gewundert, daß dieser sogenannte Späher keinen Laptop bei sich hatte. Stattdessen befanden sich in dessen Malheftchennur ein paar spärliche Notizen . :-). Es ist ja bekannt: Die Amerikaner treffen bekanntlich immer. Die Handlung besitzt ein paar kleine Wendungen, die aber nicht besonders überraschen. Aus dem Patrioten wird schliesslich der Gejagte. Dadurch gewinnt er Film so richtig an Fahrt. Das Temop kommt zwar nicht an die Filme von Michael Bay heran, presst den Zuschauer aber dennoch schon ganz schön in den Kinosessel. Das Ende des Filmes fand ich nicht so prickelnd. Dafür gab es bei mir auch ordentlich Punkteabzug.

Es war folgendes, was des Filmes Wertung von mir gehörig in den Keller drückte. Dabei meine ich das zumeist recht sinnlose Herumgeballere, bei dem man im nachhinein denken könnte, daß so etwas in Amerika durchaus möglich ist. Es kommt ja sowieso keine Polizei, also was solls <Achtung Spoiler>, da kann man ja mal eben einen General und Senator als Racheakt abknallen, ohne das der Täter dafür bestraft wird. Er tat es ja sowieso aus Gerechtigkeit.<Spoiler Ende>. Da drückt die Justiz gerne mal ein Auge zu. Mich wundert es nicht, daß die Amerikaner ein gestörtes Verhältnis zu ihren Schusswaffen haben. Diese Filme vermitteln förmlich einen Freibrief zum töten. Es ist zwar klar, daß dieser Film das alles stark überzogen darstellt, aber bekommt das jeder Ami auch in seine Birne? Ich hoffe es sehr. Auch wenn ich mir bei einer Person keine allzu große Hoffnungen mehr mache.

Shooter bekommt von mir 6/10 Punkte. Den Kinobesuch kann man sich eingentlich sparen, da es für die Soundeffekte eine handelsübliche Surroundanlage auch tut. Die Bilder des Filmes sind nicht so überragend als das man ihm im Kino gesehen haben müßte. Nun fragt mich aber bitte nicht, warum ich mir den Film dann überhaupt erst im Kino angeschaut habe. Diese Frage würde ich derzeit so beantworten: "Weil momentan nur noch Mist in den Kinos läuft und ich zuvor eine Ewigkeit nicht mehr im Kino gewesen war. Ich mußte einfach mal wieder in einem Kinosessel sitzen."